Erika Bhanji
59494 Soest-Ampen
Lippestraße 8
Tel.: 0.29.21-6 16 79
10 Jahre “Hirsebrei”
Ein Rückblick
Liebe Freunde,
Nach 10 Jahren ist es- so glaube ich- Zeit, Bilanz zu ziehen und Sie daran teilhaben zu lassen.
Welche Ziele hatte ich, als ich 1999 meinen Einsatz in Bukoba begann und warum spreche ich seit damals stets von „unseren“ Zielen?
Für mich stellte sich schon nach sehr kurzer Zeit heraus, dass ich ohne den Einsatz sehr vieler Menschen „meine Ziele“ gar nicht erreichen konnte.
Ich brauchte:
die Afrikaner, ihr Vertrauen und ihre Bereitschaft,
· Hilfe anzunehmen,
· Neues zu erlernen und zu verinnerlichen und
· Eigeninitiative zu ergreifen.
Ich brauchte ferner:
die vielen Menschen daheim, ihr Vertrauen und
· ihr Ohr für die Probleme der afrikanischen Menschen,
· ihr Herz, mit dem sie das Elend sahen, denn „man sieht nur mit dem Herzen gut“ und
· ihre ideelle und finanzielle Unterstützung.
Also spreche ich nur noch von „unseren Zielen“
Oberstes Ziel war und ist die Bildung sowohl der Erwachsenen als auch der Kinder. Bildung geschieht täglich und überall. Es bedarf jedoch vieler kleiner Schritte, um dieses Ziel zu erreichen.
In der Zeit zwischen 1975, dem Jahr, in dem ich Afrika verließ, und 1999, dem Jahr, in dem ich zurückkehrte, war viel in Afrika passiert: Der Klimawandel brachte große Dürreperioden und übergroße Regenzeiten. Hinzu kam der Ausbruch der Krankheit AIDS. Vor allem dieser Krankheit standen die Afrikaner völlig hilflos gegenüber: Menschen magerten ab und starben nach kurzer Zeit. Aufgrund der fehlenden Babynahrung starben auch die Babys, deren Mütter bereits gestorben waren, relativ schnell. Ihre Todesursache war nicht in erster Linie AIDS sondern Fehlernährung und Hunger.
So fand ich 1999 in den 5 Dörfern 350 Vollwaisen vor. Sie wurden von ihren Großeltern- so diese noch lebten- sowie Nachbarn mehr schlecht als recht ernährt.
Kein Wunder also, dass mich 1999 der katastrophale gesundheitliche Zustand der Kinder : kreisrunder Haarausfall, extreme Hautprobleme, alles auf Fehl- bzw. Mangelernährung zurückzuführen, erschreckte.
Ich konnte mich bei meiner Arbeit auf ein unbegrenztes Vertrauen der Afrikaner verlassen. Sie kannten mich und ich hatte viele, der mittlerweile an AIDS gestorbenen Eltern als Säuglinge betreut. Und so ließen sie sich auf Neues ein und lernten.
Heute schult man Mentoren, sorgt dafür, dass AIDS-Kranke Begleitungen haben, weiß um die gesunde Ernährung von Kranken und weiß auch, dass die Säuglinge nur bis zu einem Alter von 6 Monaten gestillt werden sollten, denn bei einer längeren Stillzeit wird die Krankheit durch die Muttermilch übertragen.
Damals fiel mir bei den Überlegungen, wie man die Ernährung der Kinder verbessern könne die Hirse ein. Sie enthält- mit Ausnahme von Vitamin B- alle erforderlichen Vitamine und Mineralstoffe. Das fehlende Fett wird in der Mahlzeit durch Erdnüsse ersetzt.
Jedes Kindergartenkind erhielt täglich 1 Tasse (1/2 Liter) Hirsebrei. Die Kosten betrugen pro Kind pro Jahr 15,00 DM.
Ich begann mit der Betreuung von 100 Kindern. (1 Kindergarten) Heute versorgen wir die Kinder von 7 Kindergärten.
In Afrika lernen die Kinder im Kindergarten das Lesen und Schreiben und wechseln danach in die Schule, Die Kinder wollten aber nicht mehr zur Schule wechseln, weil sie wussten, „da gibt es keinen Hirsebrei“. Also weitete ich die Hirsebreiaktion auf vier Grundschulen aus, mit dem Vorsatz pro Jahr eine weitere Klasse zu versorgen. Das klappte nicht, denn die Geschwisterkinder wollten alle vom Hirsebrei kosten und so teilten sich mehrere Kinder eine Tasse Brei- und niemand wurde wirklich satt.
Folglich waren wir gezwungen, zumindest die ersten vier Klassen in vier Schulen zu versorgen. Und so kam eine Lawine ins Rollen, denn plötzlich mussten 3000 Becher und viele große Töpfe gekauft werden. Wie sollten wir das bezahlen?
Es klappte, weil Sie alle halfen! Wir brauchten keine Nahrung aus Deutschland!
Für mich: ein Wunder!
Heute versorgen wir 4 Schulen und 7 Kindergärten. 3 Kindergarten sind jeweils an je eine Schule angebunden. Wir haben 6 Küchen gebaut, in denen die Hirsemahlzeit zubereitet wird. Wir haben 6 Hütten gebaut. Die Kinder sitzen also bei den Mahlzeiten nicht mehr im Staub, sondern in sauberen Hütten.
Das Hautproblem stellte für uns eine weitere Herausforderung dar. Dank des 40 – Medikamentenbaumes Neem/Niem konnten wir alle Hauterkrankungen, selbst den Pilzbefall lindern. Wir brauchten keine Medikamente aus Deutschland!
Wenn man die Pflege der Kinder auf Dauer gewährleisten will, muss man die Mütter schulen.
Damals waren die immungeschwächten Kinder extrem anfällig für Malaria. Da die Eltern kein Geld hatten, eine ausheilende Behandlung zu bezahlen, starben viele Kinder. Der Artemisiastrauch (Beifuß) war unsere Rettung.
Wir kauften 2004 ein Areal, friedeten es ein, machten es urbar, bauten ein Schulungszentrum und pflanzten Artemisiasträucher. Unser Garten Eden war entstanden.
Bereits 2006 ernteten wir den ersten Tee- insgesamt 5 kg.
Heute ernten wir 10-15 kg
Durch die Versorgung der Familien mit Artemisiatee sparen die Menschen jährlich 50 bis 100 € für die Behandlung von Malaria.
An Malaria erkrankte Menschen leiden unter heftigen Kopfschmerzen und Durchfällen. Seitdem die Kranken regelmäßig Artemisiatee trinken, brauchen sie keine Aspirin-Tabletten gegen Kopfschmerzen mehr einzunehmen und auch die Durchfälle sind weniger heftig. Ferner stellte man bei Blutuntersuchungen fest, dass die Erkrankten nicht mehr wie sonst unter massiver Blutarmut litten.
Das brachte uns auf die Idee, auch die immungeschwächten Aidskranken diesen Tee trinken zu lassen. Ich erzähle gern von einem Ehepaar: Mann und Frau waren beide an Aids erkrankt und konnten ihre 5 Kinder nicht mehr versorgen. Wir gaben ihnen den Tee und jeder der beiden trank täglich 1 Liter Artemisiatee. Nach vier Wochen meldete sich das Ehepaar bei Dora, teilte ihr mit, dass es sich wesentlich besser fühle und bat um weiteren Tee. Natürlich erhielten sie ihn. Nach weiteren 3 Monaten waren sie wieder selbst in der Lage, ihre 5 Kinder zu versorgen.
Das hat vielen Menschen in den Dörfern Mut gemacht, den Tee zu trinken. Heute pflanzen viele Familien die Artemisiabüsche selber in ihren Bananenhainen an und stellen ihren Tee her. Übrigens wird dies von der Regierung sehr unterstützt.
Die Schulungen im Anbau der Artemisiapflanze, ihrer Pflege, ihrer Ernte und im Herstellen des Tees erfolgen im Zentrum. Die ersten Schulungen erhielten von mir ausgewählte Teilnehmer, die ich zu einem einwöchigen Seminar zu Dr. Hirt nach Musoma schickte. Insgesamt schickte ich in der Zeit von 2004 bis 2007 3mal je 2 Personen zur Ausbildung. Alle gaben und geben ihr Wissen ehrenamtlich im Zentrum weiter. Das zeigt, dass unser Schulungszentrum eine große Bedeutung hat. Im Gegensatz dazu geben die von einige Pfarreien zur Schulung in Musoma geschickten Vertreter ihr Wissen nicht weiter geben.
Im Garten Eden wächst aber nicht nur Artemisia.
Man weiß, dass HIV- angesteckte Menschen, wenn sie ausgewogen ernährt werden, eine höhere und bessere Lebenserwartung haben. Nicht nur aus diesem Grund bauen wir Gemüse an. Das Motto der Regierung „Majani, Majani“ „Gemüse, Gemüse“ wird von uns also umgesetzt.
Zunächst waren die Menschen skeptisch: „Bei uns wachsen nur Spinat und Buschbohnen“. Der Ziegenmist jedoch bewirkt, dass in unserem Garten Eden jetzt Paprika, Tomaten, Zwiebeln, Karotten und Kaps prächtig gedeihen. Die Freude der Menschen darüber ist unbeschreiblich. Sie können 2 bis 3 mal im Jahr große Mengen Gemüse ernten und sind heute in der Lage, mithilfe von Solar das Gemüse einzukochen und/oder zu trocknen. Auf diese Weise verfügen sie auch im Winter über reichlich Gemüse.
In den Jahren 2003 und 2004 hatte ich von Deutschland viele Tretnähmaschinen und auch einige elektrische Nähmaschinen nach Tansania geschickt. Ich erinnerte mich an die Aussage von Prof. Kairuki: „Erika, hier wird nicht verschenkt.“ So entstand eine Nähschule. Dora unterrichtet- zusammen mit einen Schneider- 3 mal wöchentlich von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr interessierte Frauen im Nähen.
Schnell entschloss man sich, für die Kinder „Uniformen“ zu nähen. Wollte ein Frau eine Nähmaschine erwerben, musste sie als „Bezahlung“ 100 Kinderuniformen nähen.
10 Frauen wünschten sich, eigene Nähmaschine zu haben. Der Tag, an dem die Maschinen an ihre neuen Besitzerinnen übergeben wurden, wurde zum Feiertag gemacht. Stolze Ehemänner fuhren die Nähmaschinen auf ihren Fahrrädern heim. Nach einem Jahr freuten sich 1000 Kinder über ihre neue Kleidung. Der Stoff wurde von uns gekauft,den Nählohn mussten die Eltern entrichten. Er ging an das Zentrum. Von ihm wurde der Schneider bezahlt.
Auch dieses Projekt wurde ein Selbstläufer, denn heute bringt jede der Frauen, die bereits nähen können, einer anderen das Nähen bei. Die Frauen arbeiten miteinander und auch füreinander. Eine gute Näherin näht z. B. einer anderen, deren Stärke das Nähen nicht ist, die Kleider und diese bezahlt dann z. B. mit Gemüse.
Jedes Jahr kommt eine Gruppe von 30 bis 40 Frauen ins Zentrum , um in Gartenarbeit und Nähen geschult zu werden. Seit 2009 versuchen die Frauen auch auf AIDA-Stoff zu sticken. Da wir viele kleine Stoffstücke haben, können wir schnell herausfinden, wie weit die Fähigkeiten der Frauen im Handarbeiten sind- viele haben noch nie einen Faden in eine Nadel gefädelt- und entsprechend differenziert mit ihnen arbeiten.
Weil sie das Problem, die Babys gesund zu ernähren, kannten, schlugen mir Freunde 2004 vor, Milchziegen anzuschaffen. Das wiederum zog ein weiteres Ziel, nämlich die Herstellung von Joghurt und Ziegenkäse einige Jahre später, nach sich.
Die Anschaffung von Ziegen gestaltete sich als nicht so einfach. Vor allem bedurfte es – neben Zeit, Geld und Kraft- der Überzeugungsarbeit. Die Frauen wollten Kühe anschaffen. Kühe sind in Afrika ein Prestigeobjekt. Ich konnte den Frauen jedoch vorrechnen, dass die Anschaffung von Ziegen besser sei, denn:
- eine Ziege gibt 6-8 Monate im Jahr Milch, eine Kuh nach dem Kalben nur 3 Monate,
- eine Ziege braucht nur alle 3 Monate eine Wurmkur und die dafür erforderliche Tablette kostete 10 Cent, während eine Kuh wöchentlich Medikamente und monatliche Impfungen benötigt.
Endlich waren die Frauen überzeugt. Im Februar 2004 erklärte sich die Regierung bereit, uns 30 Ziegen und 5 Böcke aus Uganda zu holen. Bei den Ziegen handelte es sich um eine Kreuzung von Sanaa- und Nubier-Ziegen. Einer ihrer Vorteile war das häufige Vorkommen von Zwillingsgeburten dieser Rasse.
Bis zur Ankunft der Ziegen jedoch musste jede Frau, die eine Ziege erwerben wollte, den „Ziegenführerschein“ machen. Das heißt, die Frauen mussten die Pflege und den Umgang mit den Tieren erlernen. Währenddessen lernten die Männer, wie man die Ställe baut. Es entstanden nicht unerhebliche Unkosten: Für das Material pro Stall wurden 25€, für das Seminar 10€ pro Person und für den Erwerb einer Ziege 60€ veranschlagt. Diese 60 € erhielten die Besitzer als Darlehen. Um es zurückzuzahlen, mussten sie 200 Liter Milch an die Kindergärten und das erstgeborene Zicklein an eine nächste ausgebildete Person geben.
Alle Ziegenbesitzer wurden von der Regierung und der Kirche registriert. Somit wollte man verhindern, dass Ziegen heimlich verkauft und als „verendet“ gemeldet wurden. Jede verendete Ziege wurde in Bukoba von einem Veterinär untersucht. Nur wer sein totes Tier vorweisen konnte, erhielt eine neue Ziege.
Heute werden alle Ziegenseminare von unseren eigenen Experten ehrenamtlich geleitet. Wir sparen also das Geld, mit dem wir sonst externe Experten bezahlen mussten.
2009 besitzen 200 Familien insgesamt 300 Ziegen. Das bedeutet, dass 2000 Menschen von der Ziegenmilch profitieren. Die Menschen haben auch gelernt, den Ziegenmist zu kompostieren und mit großem Erfolg beim Anbau von Gemüse- auch im Bananenhain- zu nutzen. Gern wird der Mist auch- pro Eimer für 3,50 €- verkauft.
2007 dann gingen wir unser nächstes Etappenziel- das Herstellen von Joghurt und Käse- an. Ich hatte mich bei einem Senner in der Schweiz kundig gemacht und wusste nun wie aus Rohmilch Käse und Joghurt werden kann. Joghurtbecher, die ich aus Deutschland mitgebracht hatte, wurden mit der geimpften Milch gefüllt und in einen Topf mit heißem Wasser gestellt. Nach 12 Stunden war der Joghurt fertig. Meine Frauen staunten sehr.
2008 : Wir hatten inzwischen eine Käseküche gebaut, Käsewannen, Töpfe, Siebe und Tücher gekauft und aus Bettlaken die entsprechende Kleidung genäht. Da wir Rohmilch verarbeiteten, war größtmögliche Sauberkeit gefordert. Das Herstellen von Weichkäse dauert etwa zweimal mal 24 h. Wieder hatten die Frauen Fragezeichen in ihren Augen und wieder war die Freude über das Ergebnis riesengroß.
Das Probieren der Molke wurde geradezu zu einem großen Fest. So etwas Leckeres hatte man noch nie getrunken.
Natürlich probierten die Frauen auch den Käse. Obwohl auch er ihnen gut schmeckte, ziehen sie zurzeit jedoch die Ziegenmilch dem Käse vor. Den wollen sie erst dann regelmäßig herstellen, wenn sie über einen ausreichenden Milchüberschuss verfügen. Das ist auch gut so!
Immer wieder war mir aufgefallen- und es hatte mich immer wieder geärgert- dass die Frauen Unmengen von Zitronen verfaulen ließen. Sie wussten mit diesen Früchten nichts anzufangen. Also lehrte ich sie die Herstellung von Zitronensaft und- weil ich wusste, dass die Kerne aufgekocht den Gelierprozess in Gang setzen- auch die Herstellung von Zitronengelee. Die Überraschung der Frauen war unbeschreiblich. Sogar Joas hatte nicht an den Erfolg dieses „Experimentes“ glauben wollen.
In unserem Garten Eden gedeiht aber auch der rote Hibiskus. Normalerweise wird er in Tansania getrocknet und als Tee aufgegossen. Allerdings trinkt man nur „Chai“ – schwarzen Tee. Ich erinnerte mich daran, dass man aus frischen Rosea- Blüten Sirup herstellen kann. Also kochten wir die Blätter auf, gossen den Sud durch ein Sieb und kochten ihn dann noch einmal mit Zucker (1 l Sud-500g Zucker) auf. Nun wurde alles in Gläser abgefüllt und wir hatten herrliche Sirup. Wenn man die Menge von einem Marmeladenglas Sirup mit 2 Litern Wasser mischte, erhielt man ein köstliches Erfrischungsgetränk. Allein die Farbe lockte Kunden an. Heute stellen die Frauen viel Sirup her und verkaufen 1 Glas für ca. 1,60€ 60 Cent davon gehen ans Zentrum, um wieder Zucker zu kaufen. Die Frauen verdienen also pro verkauftem Glas 1 €. Mich freut es, dass alle Gläser gespült wieder ins Zentrum gebracht werden.
Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Rosea-Tee und Rosea-Saft die Bildung von roten Blutkörperchen fördern. Deshalb stellen wir jetzt immer Sirup und Saft her.
Für all diese Arbeit braucht man keimfreies Wasser. Die Frauen haben gelernt, sauberes Wasser in Plastikflaschen zu füllen. Danach stellen sie diese in die Sonne. Nach zwei bis drei Stunden ist das Wasser keimfrei.
Während all dieser Arbeiten kamen wir auf den Gedanken, auch aus Avocados Saft herzustellen. Wir pürierten sie, fügten Zitronensaft und Wasser hinzu und erhielten einen köstlichen und nahrhaften Saft.
2007 begann unser Versuch, mithilfe von Solarboxen zu kochen. Da das System ULOC/Basel noch nicht ausgereift war und wir nur über das Know-how von Dr. Hirt verfügten, das er uns in seinen Seminaren in Massoma vermittelt hatte, klappte das Kochen nicht auf Anhieb.
Das in Afrika gekaufte Blech war ungeeignet, weil es die Hitze nicht weiterleitete. Ferner fehlten uns schwarze Alu-Töpfe. Im Internet entdeckte ich dann ULOC/Freiburg, einen Ableger von Basel. Hier besuchte ich Herrn Behringer und informierte mich ausführlich über das Kochen in Solarboxen. Herr Behringer machte mir Mut. Die Offset-Platten des Soester Anzeigers und die schwarzen Alutöpfe brachten den ersehnten Erfolg. Schon nach einer Stunde in der Sonne, zeigte das Thermometer in der Solarbox 150° an. Sie können sich denken, wie schnell aller Frust verflog.
Nun lernten die Frauen den Umgang mit den Solarboxen. Für sie war es fast ein Wunder, dass sie mithilfe ihrer Sonne alles, was sie anbauten, in der Box sowohl garen und einkochen als auch trocknen konnten.
Heute werden nach Bestellung wöchentlich drei bis vier Solarboxen fertiggestellt.
Während all dieser Jahre entstanden „nebenbei“ Tische und Bänke für die Schule. Vier Container brachten Tornister und Schulmaterialien sowie Tische und Stühle für die Kindergärten. Heute muss kein Kind mehr auf dem Fußboden sitzen. Großzügige Spenden verhalfen uns dazu, in den letzten zwei Jahren Schulbücher zu kaufen.
All Ihr gespendetes Geld ist ausschließlich für diese vorgestellten Projekte verwandt worden. Dabei sind keine Verwaltungsgebühren entstanden.
Die Hilfe zur Selbsthilfe zeigt überall Früchte. Das kann ich ihnen an folgendem Beispiel erläutern: In 2010 zahlen die Eltern an 3 Tagen pro Woche die Schulspeisung selbst. Die verbliebenen 2 Tage werden von uns finanziert.
Was 2011 sein wird, weiß ich noch nicht.
ICH DANKE IHNEN HERZLICH FÜR IHRE TREUE!
BLEIBEN SIE „UNSEREN“ AFRIKANERN VERBUNDEN!
Herzlichst grüßt Sie Ihre
Erika Bhanji




